12 Kommentare
Avatar von User
Avatar von Kittel & Kapital

Was mich an deinem Text besonders trifft, ist die Klarheit, dass das Menschliche nicht im moralischen Urteil über andere beginnt, sondern in der Weigerung, sich selbst von Strukturen trennen zu lassen, die einen entkernen.

Arendt zeigt ja genau das: Nicht das Böse war radikal, sondern die Entfremdung vom eigenen Denken. Wo niemand mehr unterscheidet, verliert nicht die Wahrheit ihre Kraft, sondern der Mensch seine.

„Den Menschen in sich selbst finden“ heißt dann vielleicht nichts anderes, als den Punkt wiederzuerlangen, an dem Verantwortung nicht kollektiv verdampft, sondern persönlich fühlbar wird.

Und genau das ist heute wieder der seltenste Mut.

Gesamten Kommentar anzeigen
Avatar von Lilly Gebert

Danke für den schönen Kommentar. Wobei das Böse in meinen Augen ja gerade dadurch wirkt, dass es den Menschen von seinem eigenen Denken entfremdet.

Herzlich,

Lilly

Gesamten Kommentar anzeigen
Avatar von Eckhard Umann

Und jetzt noch einmal von vorne mit Stand 2025 bitte

Gesamten Kommentar anzeigen
Avatar von Lilly Gebert

Die Anzahl an Wechseln in der Lesart bei erneutem Lesebeginn ist freilich jedem selbst überlassen

Gesamten Kommentar anzeigen
Avatar von Eckhard Umann

Vorangestellt, ich habe alles von ihr gelesen und lasse sie hier unkommentiert. Wir haben unsere heutige Zeit zu deuten. Nehmen wir einmal: womit beschäftigt sich eine Million Arbeitsloser. Womit befassen sich die 100.000 demnächst ihre Arbeit Verlierenden. Wer sind die Mitglieder der Antifa. Wer sind die Studierenden, welche alles daran setzen, das Bildungssystem zu zerstören. Wer sind die Hochschullehrer (ich war mal einer), welche das widerstandslos hinnehmen. Warum sind unsere Industriellen derart dämlich, dass sie sich die Basis entziehen lassen. Warum soll ich mich mit Myanmar beschäftigen. Warum ist uns Gaza wichtiger als Deutschland… Warum soll die Vergangenheit wichtiger sein als die Gegenwart?

Gesamten Kommentar anzeigen
Avatar von Lilly Gebert

Ich bin auch kein Freund davon, ewig und ausschließlich in der Vergangenheit herumzuwühlen, um Lösungen für die drängende Gegenwart zu finden. Dennoch glaube ich, dass wir einerseits besser mit der Gegenwart klarkommen, wenn wir die Vergangenheit verstehen und dass, wie im Text ausführlich beschrieben, gerade die Leugnung und Verdrängung - sei es kollektiv wie individuell - eine entseelte Gegenwart hervorbringt. Es braucht, so meine Meinung, die Integration - sowohl kulturell wie individuell. Die Einordnung in ein größeres Ganzes - nicht zur Auflösung des Einzelnen wie im Kommunismus, sondern zur Aufwertung seiner Stellung zwischen Himmel und Erde.

Gesamten Kommentar anzeigen
Avatar von Eckhard Umann

… und sie ehrten ihn, indem sie sich nutzten. Dann tun Sie’s! Identifizieren Sie für sich die Methode (Tipp: sie amerikanisierte den Existenzialismus ihres Lehrers & Geliebten), werfen Sie die überflüssigen Kalenderblattweisheiten heraus und wenden Sie dies auf die Gegenwart an. Die Nichtanwendung IST die Verdrängung der Elefanten im Raum. Noch ein Tipp (s. Heiden heute bei Tichy) - 1990 scheiterte der W-Berliner Senat noch mit einem Aufruf, telefonisch & anonym zu denunzieren und schloss nach 14 Tagen die Nummer wieder. Heute ist dies schon guter Ton.

Gesamten Kommentar anzeigen
Avatar von Eckhard Umann

Heute schließt Ford in Saarlouis. Zum Jahreswechsel das in Köln. Lasst uns disputieren! H. Arnd: Vita Aktiva oder Vom Tätigen Leben. Ist so schön fülosofüsch.

Gesamten Kommentar anzeigen
Avatar von Eckhard Umann

Nun, solche Dinge sind ja eher konkret. Als ich 1991 in Leverkusen eine Praxis übernahm, wurde ich sehr schnell angesprochen, ob ich denn einen moribunden Kroaten zu Hause besuchen könne (deutsche Fachärzte sind einfallsreich mit Ausreden und er war schlecht versorgt. Ich hatte keine rechte außer, dass ich mittags mit dem Hund raus müsste, aber da hatten die Leute nichts dagegen, da ich wenigstens eine slawische Sprache beherrschte). Wir kamen sehr gut miteinander klar, er war der klassische weise Opa. Wieso er in Deutschland lebe - er bekomme doch hier seine Rente - ? - er war doch in der SS, habe unter Tito seine Zeit Zwangsarbeit abgesessen und sei eben dann hierher gekommen… Ich sei übrigens der Erste, der sich dafür interessiere. In meiner Straße lebte auch ein bärtiger Opa, welcher Russisch sprach, aber der wich mir konsequent aus. In der SU/Russland ist’s üblich, bei der Anamnese stets die Kriegszeit zu erfragen, Kachexie, Lageraufenthalte (auf beiden Seiten), Bombardierungen, usw. usf. In Deutschlad überhaupt nicht. Habe in der Fortbildung emal meine Kollegen gefragt, ob sie denn die Geschichten ihrer Groß-/Eltern kennen. Nein, sehr selten bei bei den Jugoslawen. Aber es wird gerne über das PTSS geschwafelt… - Wollen wir mal in unserer Umgebung erfragen, wie man sich zu Corona gestellt hat, als der Betrug schon durchsichtig war?

Gesamten Kommentar anzeigen
Avatar von christine

Liebe Lilly, kann man einen Kommentar ohne Worte verfassen? Einen solchen möchte ich gerne abgeben, denn für das, was Du vermochtest mit Worten zu beschreiben und zu erklären habe ich nur ein tiefes Gefühl. Und das sagt JA und immer wieder JA.

Gesamten Kommentar anzeigen
Avatar von Lilly Gebert

Liebe Christine, danke dir! Vielmals.

Gesamten Kommentar anzeigen