6 Kommentare
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Avatar von Gertrud Aumann

Ein überaus interessanter Artikel. Ich habe meinen Ehemann nach 33 Ehejahren verloren, er starb an Krebs. 2 Jahre später lernte ich einen Mann kennen, 2 Jahre jünger als ich, klug, belesen und voller Herzenswärme. Eine tiefe Liebe entstand. Nun leben wir seit 8 Jahren zudsmmen. Er ist noch immer galant, liebevoll und richtet seine ganze Aufmerksamkeit auf mich. Mittlerweile geht es mir gesundheitlich nicht mehr so gut, doch er leistet mir Hilfe, wo er nur kann und das, ohne das ich ihn um irgend erwas bitten muss. Wenn ich anfangen will zu kochen, ist er zur Stelle und fragt, ob er etwas aus dem Vorratskeller holen kann. Wenn er bemerkt, das ich, ob meiner etwas angeschlagenen Gesundheit, bedrückt bin, setzt er sich hin und stellt für den Abend ein Musikprogram zusammen. Wenn wir abends dann zusammen sitzen, nimt er mich in den Arm. Ich habe den besten Mann der Welt und diese Liebe ist noch viel schöner, als es die Liebe in meinen jungen Jahren war.

Und ja, Ihr ahnt es sicher schon: er ist galant und ich geniesse es!

Bestimmt gibt es jetzt böse Stimmen die denken, sie ist bestimmt betuchter als er! Aber ich muss Euch enttäuschen, auch finanziell befinden wir uns auf Augenhöhe. Geld ist kein Thema.

Mir hat das Alter Ruhe und Liebe gebracht, so das ich meine angeschlagene Gesundheit durchaus ertragen kann und ich wünsche Euch allen da draussen von ganzem Herzen, das Ihr ebenso viel Glück habt, wie ich!

Avatar von Lilly Gebert

Liebe Gertrud, hab vielen Dank fürs Teilen dieser Liebe zwischen euch zweien. Wirklich sehr sehr schön. Ganz herzlich, Lilly

Avatar von Michael Schlabes

Ohne zunächst auf den zweifellos beachtenswerten Inhalt des Artikels einzugehen, möchte ich auf einen nicht ganz gleichgültigen Tippfehler hinweisen: im einleitenden Zitat von Kierkegaard heißt es "zwischen Mann und Wein" - wenn es da sicher auch eine gewisse Beziehung gibt, so ist hier doch sicher die zwischen Mann und Weib gemeint.

Avatar von Sven Garber

Die Galanterie und ihre Form erzeugenden Elemente sind im Einzelfall schöne Möglichkeiten, meinem Gegenüber eine gebührenden Ehre zu erweisen. Für mich ist hier Authentizität ausschlaggebend. Wie La Rochefoucaul gehe auch ich bei inflationärer Anwendung eher von einer zielstrebigen Erfüllung persönlicher Wünsche aus. Stammt die Galanterie meines Wissens doch aus den höfischen Kreisen der Adelswelt, an denen mit allen Mitteln um die Gunst bestimmter Personen gebucht wurde. Erst später begann das "niedere Volk" dies als moderne Umgangsform und Methode zu übernehmen.

Ich selbst würde mich verunsichert fühlen, wenn ich täglich in ein Gespinst aus Galanterie eingehüllt würde. Ein Zuviel endet in der Aufgabe der Authentizität. Die Beteiligten begeben sich in ein Gerüst der Form, in dem sie nicht genau feststellen können, welche Strebe Halt bietet und welcher Boden nur Dekoration ist.

Avatar von Claudia Radow

Die Welt wird nicht zwingend erträglicher durch Galanterie, doch ohne ist sie in jedem Fall noch unerträglicher.

Es gibt viele Facetten, was ist Galanterie, was simpel Höflichkeit?

Eine Tür halte ich als Frau auch anderen Personen, gleich welcher Art und Geschlecht auf und O Wunder, zur Zeit erlebe ich mehr Höflichkeit mit galantem Anflug bei Vertretern der relativ jungen Generationen als bei jenen meines Alters (58) und ganz schlimm darüber. Da scheint es mir, als wäre Galanterie ein nicht mehr existierendes Phänomen. Wissenschaftlich ist diese Aussage nicht, ich hoffe auf Gegenbeispiele, jeden Tag, zumeist vergeblich. Vielleicht liegt es an meinem Wohnort.

Avatar von Hubert Krauth

Wer ständig «geehrt» wird, wird nicht zwangsläufig ernst genommen. mhhhh mhhh mhhhh Hab ich als Mann auch erlebt, aber was solls im Gedankenstrom zuckt oft Plötzliches , wo ist dann das was teilenswert.