44 Kommentare
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Avatar von Anja Weth

Grossartig ehrlich ! Bin gedanklich ganz bei dir . Und auch ich bin müde , dachte ein Umbruch zu einer besseren Welt würde schneller gehen .

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Avatar von Lilly Gebert

Liebe Anja, danke dir! Und ja, ich auch.

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Avatar von German Benk

Meine liebste Lilly, ich habe irgendwie lange nichts von Dir gelesen und Dir auch lange nicht geschrieben. heute freue ich mich deshalb umso mehr, auch wenn ich in Dir eine suchende Resignation spüre, die unberechtigt ist, denn Du solltest einfach die Augen öffnen und Dich mehr in diese Welt stürzen. Wir leben in Wellen , in Jahreszeiten, in Zyklen, in Spiralen der Entwicklung und mit jeder Umdrehung kommen wir mal mehr mal weniger bewusst an einen Punkt an dem wir schon waren und sehen ihn nun anders. Was ich sagen will: Zwing Dich NIE in ein Korsett nach dem Motto: das ist besser für mich, sondern gebe Dich mehr dem hin, was in Dir ist, wie eben mit Deinem Text heute. Warum Du über Dinge schreibst, über die schon Erich Fromm oder andere schrieben? Weil Du mich teilhaben lässt. weil Du Dich damit mit-teilst, weil ich so von Dir erfahre, wo Du stehst. Geht es mir vielleicht gerade ähnlich? Und: in dem du von Dir erzählst von Ängsten, Scham, Zweifel, Not, Trauer, gibst Du den Lesern den Mut darüber selbst nachzudenken und vor ALLEM: ES AUCH MUTIG AUSZUDRÜCKEN, WIE ES IN IHNEN AUSSIEHT. Denn das ist es, was uns in dieser Welt fehlt. Alle tauschen medial aus, wo sie sind und welchen Badeanzug sie gekauft oder wo gekotzt haben, welches Buch gelesen und welchen Schal gekauft. aber wahre Kommunikation (und das ist unsere verdammte aufgäbe hier) und Intimität ist die schonungslose offen und Ehrlichkeit mit und zu uns selbst und zu anderen (bielleicht in leicht abgeschwächter Form) zu sein. Denn nur so verbinden wir uns. Wir machen uns so vielleicht verletzlich, aber das Risiko muss sein. Authentizität. Brutale Ehrlichkeit. Dann wirst Du nicht verletzt. Sondern Du schaffst Nähe und Vertrauen, ermutigst und steigst auf. Jedwedes Konzept eines Lebens ist Makulatur, wenn Du nicht Du selbst bist. Und der der diese Gedanken teilt ist ein anderer als Du. Du kannst nicht so leben wie andere. Dein Weg ist ein anderer als Buddha oder vielleicht als Jesus, um zur Erleuchtung zu gelangen, all diese Bücher, Gedanken, Philosophien dienen nur der Orientierung und der Abfrage in Dir: WAS BIN ICH. WER BIN ICH DENN? WAS IST MEIN WEG? WAS MEINE AUFGABE. Du wirst kein Erich Fromm oder Hermann Hesse und wahrscheinlich wirst Du nie so berühmt oder verkaufst so viele Bücher, aber das sollte auch nicht das Ziel sein. Es geht nicht um Deine WIRKUNG AUF ANDERE oder besonders beliebt zu sein, es geht darum Dich der Welt so zu zeigen, wie Du bist und dann wirst Du schnell erfahren, erleben, wie sehr die Menschen genau das an dir schätzen und wie sie sich auch dir öffnen. Der Punker in Berlin, der Macho in der Disco, die Kuh auf der Weide, die Postbeamte. Geh auch mal in die Stadt. Guck dir die Menschen an. Jeder ist ein Unikum, jeder einzigartig. Keiner ist besser als der andere! Schau Sie Dir an. Fahr tagelang einfach sinnlos Bus, geh durch die Straßen oder in die Kirche, ins Kino, wohin auch immer und spüre, wie Du auf was reagierst. Dann in dem Meer der Vielen bist Du die Lotusblüte und Einzigartig und wirst spüren Was und wer du bist. Wie dein Inneres aussieht. Und dann kehre zurück und schreibe. Aber sei authentisch, liebste Lilly und hab keine Angst vielleicht scheiße zu sein oder Deiner Gäste rauszuschmeißen, wenn Sie nerven. Du kannst ja freundlich dabei sein. Du wirst garantiert jemanden unter Ihnen danach besser kennenlernen, weil Du ihm Mut machst auch sich als er frei selbst zu zeigen. Mein alter Meister Osho schrieb mir 1988 in einem Brief: Sei Du selbst. Das ist das mindeste, was Du Gott schuldig bist, denn so hat er Dich erschaffen. Damit Du so göttlich bist, wie Du es eben bist. liebe Dich und dann lieben Dich auch Deine Nächsten, aber das ist dann natürlich und nicht mehr wichtig. Sondern selbstverständlich. Wir, Lilly, sind in diesem Leben immer auf der Suche und finden uns jeden Tag neu. Wir sind nie fertig, wir sind vielleicht morgen anders als übermorgen. Leben ist ständiger Wandel. Der Fluss ist an jeder Stelle neu, auch wenn wir uns darin unbeweglich treiben lassen, ist jede Sekunde anders. Vertraue auf Gott und das Universum. Und denke in dunklen Tagen immer daran: Jede Münze hat zwei Seiten. Was im ersten Moment doof und scheiße erscheint ist auf der anderen Seite vielleicht ein Geschenk in Deiner Entwicklung, eine wertvolle Erfahrung, ein Schatz, auch wenn Du es jetzt noch nicht begreifst. Schreibe über Deine Zweifel und schon hast Du sie in etwas wunderbares transferiert: in eine verletzlich Präsentation deines Inneren, die ich mit Freude lesen kann, manchmal mit Sorge, aber immer in dem Vertrauen, dass Du genau den Weg gehst, den Du gehen sollst. Du kannst nichts falsch machen (solange du nicht bewusst anderen schädigst oder diese bremst, umbringst oder verletzt). Du bist großartig Lilly. Und ich werde Dich wirklich gern auf Deinem Hof besuchen. IRGENDWANN - So Gott will. Wi sehen uns.

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Avatar von Lilly Gebert

Lieber German, wie so oft danke ich dir auch für diese Zeilen. Du liegst vermutlich richtig damit, dass ich mir selbst zu oft Druck mache und mich damit in gewisser Weise selbst blockiere. Dass du das mit dem Korsett angesprochen hast, hat am meisten resoniert. Denn auch wenn ich mein Leben bereits als sehr frei bezeichnen würde, zwänge auch ich mich hin und wieder, wenn auch nur für einen Tag in ein solches hinein. Und wer weiß, welches ich trage, ohne es zu merken/wissen?

Herzlich,

Lilly

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Avatar von Jorge

Reife Leistung für eine Sechsundzwanzigjährige! Sehr ehrlich und sehr offen. Ich bin 2021 nach Costa Rica gezogen und kann hier gut heilen. Ich lese auch gern Hesse oder ich beobachte die Leguane.

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Avatar von Lilly Gebert

Lieber Jorge,

merci für die Blumen. In Costa Rica war ich 2021 ebenfalls - bin dann aber doch wieder heimgekehrt. Grüsse an die Leguane, die fand ich auch sehr beeindruckend.

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Avatar von Heiko Wolf

Ich danke dir für deinen Einblick in dein Seelenleben. Es bereichert immer wieder und macht mich selbst nachdenklich und regt an, selbst in mich zu schauen. Ich denke und handle allerdings auch ganz praktisch und pragmatisch.

Ich glaube, dass im sinnhaften Tun, mit der Hände Arbeit, sich vieles was sich an Gedanken schwer anfühlt sich dadurch zum großen Teil  auflösen kann. Das freudige zuversichtliche nach vorne schauen, im hier und jetzt sein, beflügelt mich in meiner täglichen Arbeit, mit den mir anvertrauten Menschen mit Einschränkungen.

Die Fülle deiner Gedanken und Gefühle können sich auch anders ausdrücken, obwohl sie so ausgedrückt und zu Papier  gebracht von dir auch Poesie für mich sind.

Möchte dir den Blick weiten, ab und zu vom Papier zu lassen und die Hände zum fühlen und begreifen für andere Dinge zu nutzen.

Lieben Gruß

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Avatar von Lilly Gebert

Lieber Heiko,

da gebe ich dir vollends recht. Ich könnte auch nicht nur "denken" oder Innenschau betreiben. Ich gärtnere, arbeite auch gerne mit Holz, hab nen Hund und zwei Kater. Ohne diese Erdung, wüsste ich nicht, wohin mit mir. Trotzdem danke für den Ratschlag.

Ganz herzlich,

Lilly

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Avatar von Sebastian Grguric

Moin liebe Lilly,

es wäre wohl ein Irrsinn, die Worte und Gedanken der alten Meister nicht zu verwenden, reichen sie uns dadurch doch die Hand. Sie bauten mit ihren Werken Brücken aus längst vergangenen Tagen, die bis ans Ufer der Gegenwart reichen. Es liegt an uns, diese Brücken nicht nur zu betrachten, sondern sie weiterzubauen und genau das machst du mit DEINEN Werken.

Vom alten Ufer möchte der Brückenbauer weg und das neue Ufer erreichen. Doch steht er während des Baus niemals ganz am alten, noch am neuen und unbekannten Ufer; der Brückenbauer ist irgendwie in der Schwebe zwischen diesen Ufern. Es können also Zweifel aufkommen.

In diesem Falle sind mir Zweifel an der eigenen Wirksamkeit lieber, als den Gedanken zu nähren, alles Erwirkbare bereits erwirkt zu haben.

Du hast es zudem geschafft, dass ich Dullkopp ins Grübeln geriet, über meine eigenen Ansichten und Verhaltensweisen nachdachte und fest verankert geglaubte Ansätze in Rauch aufgehen ließ. Irgendwie wirkt doch alles zusammen, sei es nun bewusst oder unbewusst herbeigeführt, doch hin und wieder hört der eine Brückenbauer das Werkeln des anderen Brückenbauers.

Dir alles Gute und viele Werkelgeräusche :-)

Basti

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Avatar von Lilly Gebert

Lieber Basti,

danke für diese Perspektive. Teilweise denke ichs mir ja auch.. ich greife zwar bereits Geschriebenes auf, dass jeder auch schon in dieser Form greifen könnte - scheinbar aber nicht greifen kann. So ist meine Arbeit schlussendlich auch eine Art Übersetzungsarbeit, Neuübersetzungen braucht es ab und an anscheinend in der Literatur wie auch im Geistigen.

Ebenso beruhigend ist es für mich auch zu hören, dass ich Menschen wie dich (die ich keineswegs für einen Dullkopp halte), zum Nachdenken anregen kann. Setzt dem Gefühl des Nichtwirksamseins doch etwas Entscheidendes entgegen.

Danke auch dafür.

Herzlich,

Lilly

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Avatar von Sebastian Grguric

Liebe Lilly,

und genau das schätze ich doch sehr. Du greifst Geschriebenes auf, überträgst es in den heutigen Zeitgeist und du hast nicht nur den Mut das bereits Geschriebene neu zu deuten. Du hast auch den Mut bereits geschriebene Literatur (Gedanken) abzureissen und das setzt Geist voraus, großen Geist sogar.

Wenn deine Worte mir beim Werken helfen und meine Worte dir Hilfe bei deinem Werkeln sind, wirkt jeder für sich in seiner Stärke und alles wirkt doch zusammen. Ich finde, dass dies auch Zeichen einer neuen Zeit sind und das so vielleicht Energiefelder aufgebaut werden, an denen sich so manch einer die Finger verbrennt (im äußerst positiven Sinne).

Liebe Grüße,

Basti

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Avatar von Fabienne

Danke für diese wertvollen Zeilen. Sie haben mich wieder sehr berührt, gerührt. Das möchte ich natürlich mitteilen, allerdings als ich die ersten zwei Kommentare gelesen habe, kamen mir Zweifel, ob ich das ausdrücken kann, weil es andere vielleicht viel besser können. Da sind sie wieder die Zweifel, die Unsicherheiten, das Nichtgenügen. so sage ich: Liebe Lilly, danke, dass es dich gibt. ich freue mich auf dein Buch.

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Avatar von Lilly Gebert

Liebe Fabienne, und ich sage einfach: Danke! Schön, dich hier zu wissen.

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Avatar von Monika Kasper

Liebe Lilly

So vieles, was Du schreibst, kommt mir bekannt vor. Ich bin mittlerweile 70 Jahre alt und keine dieser Fragen und keines dieser Probleme haben sich für mich endgültig beantwortet und gelöst. In einer Zeit, die von positiven Ratschlägen und vor großem Optimismus bezüglich eines glücklichen Lebens strotzt, ist deshalb Dein ehrlicher Bericht eine Wohltat. Du bist viel jünger als ich und möglicherweise wird Dich Dein Weg in ein Leben führen, in dem Dich das, was Dich jetzt umtreibt, nicht mehr groß interessiert, weil Du an jenem inneren Ort angekommen bist, den Du suchst. Mir ist das bis heute nicht gelungen. Ich habe zwar Phasen, in denen ich glaube, dass ich es erreicht habe. Dann kommen mir wieder Zweifel, ein Gefühl der Erlahmung, der Sinnlosigkeit, der Leere macht sich breit, bis sich erneut eine lichtere Zeit auftut. Ich kenne Momente echter, erfüllender und nährender Begegnungen. Sie sind wie wunderschöne, leuchtende Perlen in einer Kette, wo es auch viele spitze Steine und alltägliche Holzstückchen gibt. Nichts von all dem bleibt und gleichzeitig kehrt alles wieder. Über meine Wirksamkeit in der Welt bin ich mir auch immer wieder von Neuem unklar. Ich war Literaturwissenschaftlerin und habe an einer Uni gelehrt. Hat das die Welt verbessert? Als ich es tat, war ich bis einige Jahre vor meiner Pensionierung davon überzeugt, obschon eine breite Öffentlichkeit diese Tätigkeit für überflüssig hält. Seither bin ich nicht mehr so sicher und Corona hat das Seine dazu getan, mich darin zu verunsichern, umso mehr als die Universitäten so sehr auf Kurs mit dem Mainstream sind, wenn auch auf sehr ausgeklügelte Weise, was es aber für mich nicht besser macht. Wie Du ärgere ich mich über den Egoismus und die Gedankenlosigkeit, die viele Menschen an den Tag legen. Vermutlich liebe ich meine Ideale mehr als die Menschen, auch wenn ich einige wenige, die mich schon ein Leben lang begleite, sehr liebe. Ich übe mich im Akzeptieren meiner Grenzen, aber auch das ist nicht so einfach, denn da gibt es die andere Möglichkeit, die darin besteht, dass das nur eine faule Ausrede dafür ist, dass ich mich nicht aus meiner Komfortzone heraus bewegen, dass ich nicht über mich hinauswachsen möchte. All das Auf und Ab, das Hin und Her, das ich hier beschrieben und das auch Du geschildert hast, ist vielleicht einfach das Leben, das uns auf Trab hält. Die moderne (nicht die postmoderne) Kunst ist diesbezüglich sehr ehrlich, betont sie doch das Brüchige, Diskontinuierliche und Unfertige in ihren Werken. Mach‘s gut und liebe Grüße, Monika

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Avatar von Lilly Gebert

Liebe Monika,

ja, wer weiß, wohin mein Weg mich noch führen wird - ob sich all diese Überlegungen eines Tages als "lohnenswert" herausstellen, oder ob ich am Ende an ihnen zerbreche oder einfach nur verwerfe und noch weiter hinauf in die Berge ziehe, um mit all dem hier nichts mehr zutun haben zu müssen. Ich weiß es nicht, und werde es vermutlich auch nicht herausfinden, ehe die Zeit reif ist. Allgemein weiß ich auch nicht, ob wir in unserem Leben so viele unterschiedliche Wege zur Auswahl haben, oder ob es schlussendlich nur den einen Weg gibt, der uns aber immer als eine Wahl oder ein Scheitern präsentiert wird - der aber gleichzeitig aufhört, diese Dualität aus Wahl und Scheitern zu besitzen, wenn wir anfangen, ihn als den Weg, der für unser Leben vorbestimmt war, zu akzeptieren.

Damit denke ich jetzt auch besonders an dich. Hättest du etwas anders machen können? Wenn ja, was, wann und wo? Hättest du dann die Welt verändert? Braucht es das Gefühl, mit dem eigenen Leben die Welt verändert zu haben? Warum kannst du dir und deinem Urteilsvermögen nicht so weit vertrauen, dass du letztendlich in der Gewissheit ankommst, dass du zu keiner Situation in deinem Leben das zusätzliche Wissen besessen hast, um anders entschieden haben zu können. Und dass es genau deshalb richtig ist, so wie es ist. Wir können weder Zukunft vorwegnehmen, noch Vergangenes ungeschehen machen. Warum auch?

Ich weiß, alles leichter gesagt, als umgesetzt. Schließlich erlahme auch ich immer wieder an diesem Gefühl von Sinnlosigkeit. Was aber, wenn schlussendlich auch dieses einen Sinn hat? Wenn diese ganze Matrix und die schleichende Ahnung, in einer Simulation zu leben, sich nur dadurch überwinden lässt, indem wir nicht ihrem Nihilismus nicht verfallen - indem wir zurück zu dem Gefühl finden, in allem, was wir sind, tun, denken und fühlen einen Sinn zu erkennen. Oder zumindest zurück in das Vertrauen finden, dass es diesen Sinn gibt - auch wenn wir ihn jetzt und heute noch nicht erkennen können.

Ich weiß nicht, ob das hilfreich war, aber bitte fühl dich gedrückt.

Herzlich,

Lilly

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Avatar von Erik, not the viking

Liebe Lilly, denk nicht immer soviel nach, das gibt nur unschöne Falten auf der Stirn. Du drehst dich dann immer im Kreis, verfeinerst zwar deine Gedanken, aber kommst nicht wirklich weiter. Die besten Gedanken kommen einem beim Nichtdenken.

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Avatar von Lilly Gebert

;)

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Avatar von Erik, not the viking

Hmm, Steppenwolf fand ich ja auch irgendwie ansprechend, aber vielleicht kann dir Siddhartha mehr helfen. Der Gute war ja auch auf der Suche und hat vieles durchprobiert.

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Avatar von Lilly Gebert

bei dir regnet es ja nur so an Ratschlägen. Ich glaube, ich kenne so gut wie jedes Buch und fast jeden Briefband von Hesse. Auch den Siddharta habe ich nicht nur einmal gelesen. Danke dennoch für die Hilfestellung.

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Avatar von Ingrid
Oct 26Bearbeitet

Liebe Lilly, freut mich, wieder von dir über dich zu lesen.

In der ersten Hälfte kam mir der Spruch einer meiner Lehrerin in den Sinn: "Wer sich Mühe gibt, bekommt sie". So viele Überlegungen und Darlegungen. Und gleichzeitig meine Erinnerung an mich in jungen und auch späteren Jahren und meine vielen Analysen über mich, die so sehr den deinen ähnelten. Das nochmalige Nachempfinden des sich fast Verlierens in diesen Labyrinthen, die mich u.a. auch in eine tiefe Depressionen führten.

Am Ende fällt mir auf: deine Antwort gibst du dir in diesem Text längst selber. Ich fühle, also bin ich.

Die Frage nach der Wirksamkeit im Aussen ist völlig obsolet.

"Wenn du dir bewusst bist, dass du HIER bist und dass du nicht etwas erfüllen brauchst, sondern dass du das machst, was du von innen fühlst. Wenn du das begreifst und wenn du wagst, dich darauf auszurichten, dann wirst du verstehen, dass, wenn jeder das tut, die Welt sich sehr schnell transformieren wird und dass ein völlig anderes Bewusstsein eintreten wird. "

Martijn van Staveren

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Avatar von Lilly Gebert

Liebe Ingrid,

sehr schön, auf den Punkt gebracht. Mein nächster Text geht dann auch nochmal expliziter um das Thema Denken, Labyrinthe und mal schauen, vielleicht auch Depression.

Es ist ja schließlich nicht so, dass mir das, was du schreibst, nicht bewusst wäre. Aber zwischen wissen, bewusst sein und umsetzen können, liegen, wie du selber andeutest, oft viele Jahre der Erfahrung und des Ausprobierens.

Ich präsentiere hier ja keine Lösungen, sondern lasse euch an meinem Weg teilhaben.

Herzlich,

Lilly

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Avatar von Ingrid

Liebe Lilly, das ist mir völlig bewusst und erwarte ich gar nichts anders. Aber ich bin auch nicht die einzige hier in der Kommentar-Runde, die dir gerade deshalb nachfühlen können, weil wir eben all diese Phasen auch durchlebt haben. Und: wir leben alle noch. Es soll nicht herablassend klingen, sondern mehr als eine Art Vorausschau, darauf dass man immer (s)einen Weg finden wird. Gehen, muss man ihn immer ganz alleine.

Herzlichst

Ingrid

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Avatar von Lilly Gebert

Liebe Ingrid,

ganz genau. Und darüber schreibe ich auch gerade meinen nächsten Text. Es ist so wichtig diesen Weg zu gehen. Nicht nur für mich. Und ich denke, wir begeben uns in eine ganz falsche Richtung, wenn wir dieses Extrem der ganzen Selbstliebe und Selfcare Bewegung jetzt zum Anlass nehmen, Innenschau erneut als obsolet abzustempeln. Dass du dies nicht tust, ist mir durchaus bewusst. Bei anderen Kommentatoren jedoch habe ich diesen Unterton schon des öfteren rausgehört.

Herzlich,

Lilly

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Avatar von inge jarl clausen

Der grausame Trick: Während die Werkzeuge der Medizin immer schärfer werden (Biotechnologie), werden die Systeme, auf die sie abzielen, immer stumpfer. Eingriffe führen zu einer Kaskade von Abhängigkeiten und iatrogenen Schäden. Der Organismus, seiner Handlungsfähigkeit beraubt, verkommt zu einem ewigen Patienten. Das ist kein Fortschritt – es ist ein Profitgeschäft, das seine eigene Nachfrage künstlich erzeugt und „Heilung” durch die Aushöhlung der Grundlagen der Gesundheit betreibt.

Dies als psychopathisch zu bezeichnen, ist keine Übertreibung – es ist eine nüchterne Diagnose. Eine Kultur, die Daten über gelebte Wahrheit, Eroberung über Verwandtschaft, Abstraktion über Einstimmung stellt, verurteilt sich selbst zur Entkörperlichung und zum Selbstmord. Wir haben Zwang mit Mitgefühl verwechselt und dabei vergessen, dass Gefühle der schärfste Intellekt des Lebens sind.

Eine Umkehrung erfordert eine ontologische Revolution. Wir müssen das Vertrauen in die Weisheit des lebendigen Feldes zurückgewinnen und uns mit den Rhythmen synchronisieren, anstatt sie zu überlagern. Die Medizin muss das externe Management zugunsten einer internen Vertiefung aufgeben. Das Gleiche gilt für Politik, Wirtschaft und Bildung – alle müssen das Joch der Kontrolle abwerfen und sich in der relationalen Essenz verwurzeln.

Die Realität pulsiert metabolisch, schwingt selbstregulierend und selbstoptimierend. Fühlen ist Denken mit der Geschwindigkeit des Lebens. Die Wiederherstellung von Empathie, Einstimmung und verkörpertem Wissen ist kein weicher Idealismus – es ist eine existenzielle Notwendigkeit. Es ist der Kosmos, der sich durch uns selbst korrigiert. Wenn wir dabei versagen, bleibt unsere Gesellschaft ihre eigene Krankheit: brillant, aber herzlos, mächtig, aber brüchig, in den Wahnsinn der Kontrolle stürzend, während die Resonanz – die wahre Lebensader – verblasst.

Bayern, Deutschland – 26. Oktober 2025 Herr Inge Jarl Clausen

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Avatar von Lilly Gebert

Wunderbar geschrieben, danke! An dieser Wertverschiebung, Daten über gelebte Wahrheit und Gefühle zu stellen, leiden vermutlich viele von uns.

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Avatar von Jay-Tii
Nov 12Bearbeitet

Liebe Lilly,

wieder einmal zu 100% mir aus der Seele gesprochen. Du gibst meinen (mich oft selbst überwältigenden) Gedanken und Gefühlen eine Stimme. Ich freue mich, wenn Dein Buch endlich ausgeliefert wird.

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Avatar von Lilly Gebert

Du Lieber, hab tausend Dank für diesen Kommentar. Ganz herzlich, Lilly

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Avatar von Marc Gallus

Eigentlich wollte ich nur meinen Dank ausdrücken. Deine Worte sprechen mir aus der Seele. Zu gut kenne ich die subtile Unzufriedenheit zwischen zwei, nein, vielen Welten. Was mich im Kontext deines äusserst persönlichen, klug und "handwerklich " gekonnt geschriebenem Text nun etwas brüskiert hat... Der Kommentar von German Benk. Seine Rat- Schläge haben mich, an deiner Statt, getroffen. Keine Aussage über sich, seine Empfindungen.... Ich bin erstaunt, dass du ihn geliket hast und hoffe du meinst es so, aus welchen Gründen auch immer... Verdient hast du das nicht.

Mir hast du viel zum Reflektieren geschenkt. Herzlichen Dank

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Avatar von Lilly Gebert

Lieber Marc,

auf Ratschläge reagiere ich derweilen tatsächlich auch sehr allergisch. Germans Text habe ich zunächst auch als einen solchen gelesen, beim erneuten Lesen dann aber nicht mehr. Ich weiß, glaube ich, wie ers gemeint hat, und kann es somit auch annehmen.

Es ist ja auch immer die Frage, warum uns etwas trifft.

Dir alles Liebe und vielen Dank!

Herzlich,

Lilly

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Avatar von Waldgänger Tom

Mir kann man tatsächlich auch ein schlechtes Gewissen machen mit Vorwürfen, die faktisch falsch sind. Habe erst nach Jahrzehnten herausgefunden, dass das wohl daran liegen dürfte, dass ich als Kind eigentlich immer unverdient Prügel erhalten habe. 70er Jahre halt ;-)

Unser Bewusstsein ist doch das grösste Göttliche Geschenk, dann damit lässt sich so Vieles analysieren und danach transzendieren. Wahrnehmen und puff - plötzlich schleichen sich die Ängste und Prägungen von Dannen.

Wichtig: Es gibt Leute da draussen, die dich nie verurteilen, verlassen, schlecht von dir denken würden. Einfach, damit du dir das in solchen Momenten auch mal klar machst!

So, und später lese ich noch die zweite Hälfte deines Seelenstriptease :-D

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Avatar von Lilly Gebert

Lieber Tom,

lieben Dank dir. Und ja, die Gegenwart dieser Menschen versuche ich mir in diesen Augenblicken dann auch immer vor Augen zu führen.

Herzlich,

Lilly

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Avatar von VinD

Sehr, sehr stark!

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Avatar von Lilly Gebert

Danke!

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Avatar von inge jarl clausen

Das Gefühl als erste Wissenschaft: Auf dem Weg zu einer neuen Realitätsorientierung

Mit dem ersten Herzschlag der Mutter beginnt das Leben nicht im Denken, sondern im Fühlen. Der Fötus denkt nicht über die Welt nach – er fühlt sie. Bevor Neuronen komplexe Netzwerke bilden, bevor der Verstand benennen oder erzählen kann, gibt es Rhythmus: Wellen von Druck, Vibration, Temperatur und Fluss. Dies sind die ursprünglichen Botschaften der Existenz. Das Gefühl ist kein Nebenprodukt des Lebens – es ist sein grundlegendes Feld.

https://vegetativetraining.wordpress.com/das-gefuhl-als-erste-wissenschaft-auf-dem-weg-zu-einer-neuen-realitatsorientierung/

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Avatar von Lilly Gebert

Sehr wahr.

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Avatar von inge jarl clausen

The dualistic-mechanistic power dynamic is, in reality, weak and insane. Our self-regulation - suppressed rage - can be set free - to blow the fake Hollywood show away. (human basic position). Attack.

Good vibes from Bayern.

https://vegetativetraining.wordpress.com/2025/09/19/disturbed-regions-in-the-organism-activate/

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Avatar von Jutta

Liebe Lilly, dein Text berührt mich sehr. Großen Dank dafür 🙏❤️ . Ich finde mich und mein Erleben in so vielem wieder, was du beschreibst. Die Sehnsucht nach ECHTEM Kontakt und die gleichzeitige eigene Unfähigkeit dazu. Was sind die tieferen Ursachen? Wie ist das zu überwinden? Diese Fragen beschäftigen mich seit vielen Jahren... Vor kurzem durfte ich in einer lokalen EM-Gruppe (nach Gopal) mehrfach erleben, wie sich ECHTER Kontakt (auch?) anfühlen kann. Wofür ich sehr dankbar bin. Das eigentlich Interessante dabei war die tiefe Erkenntnis, dass ein solcher Kontakt extrem nachhaltig nachwirkt, obwohl du vom anderen "NICHTS" weißt. Also NICHTS von dem, was du für gewöhnlich erzählen würdest, wenn du "von dir" erzählst. WER in dir spricht eigentlich in diesem Moment, wenn du EM praktizierst? Ist es der Zeuge, dein innerer Beobachter? Und wenn ja, ist er in Kontakt mit deinem wahren Selbst? Das wäre der Idealzustand... Wie ist er zu erreichen? Für mich habe ich einen Weg gefunden, von dem ich fühle, dass er richtig ist.... Eine Kraft in mir scheint auferstanden zu sein...

Durch einen Zufall (?) bin ich vor kurzem auf die Botschaft und Lehre von Shri Mataji Nirmala Devi gestossen und nehme seither regelmäßig mit tiefer Dankbarkeit und Freude an der wöchentlichen Meditation von Nirmala Yoga teil (Online oder in Präsenz), in welcher die Kraft der Kundalini (der Mutter) und ihre Verbindung zum universellen Geist (zum Vater) gestärkt wird und die beiden anderen Energiekanäle (Nadi- und Pingala), deren Aktivitäten mir bisher so nicht bewusst waren, gereinigt werden. Entscheidend für einen guten Energiefluss weit über das Kronenchakra hinaus (sonst klapp's nicht mit der Verbindung/dem Kontakt) ist der Zustand unserer Chakren. Oft gibt es Blockaden, und auch die müssen für einen guten Energiefluss gelöst werden. Immer wieder aufs Neue... Das und vieles andere durfte ich lernen. Die Erkenntnis, die ich daraus ziehen konnte: dieses Wissen ist zutiefst logisch. Und ich durfte erleben, wie sich der Kontakt mit meinem innersten Selbst anfühlt und wie schnell und einfach echter Kontakt möglich ist mit Menschen, die gleiches praktizieren. Weil hier nicht Ego auf Ego trifft, nicht Superego auf Superego, sondern Selbst auf Selbst. Und nur dort ist echter Kontakt überhaupt möglich. Urvertrauen möglich. Alles möglich, wonach Mensch sich sehnt..... Es scheint, als hätte ich für mich einen Weg dorthin gefunden.... Ich werde ihn gehen ....

Ich wünsche dir, liebe Lilly, und uns allen die Kraft und den Mut durchzuhalten auf dem Weg zum tiefsten Selbst, und von dort zu Frieden, Liebe, Freiheit. ❤️

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Avatar von Lilly Gebert

Liebe Jutta,

so schön zu lesen, dass du auch Erfahrungen im Erlichen Mitteilen machen durftest. Es ist eben wirklich, wie du schreibst, und wie ich auch in diesem Text angedeutet habe, so aufbrechend von dem, was uns sonst so begrenzt. Diese ewige Milchglasscheibe, die uns indirekt von unseren Mitmenschen distanziert fühlen lässt, zerspringt auf einmal. Und das ist wahrhaft befreiend. Mit ihr zerbricht nämlich auch die Illusion, wir seien allein.

Dieses Gefühl, unfähig zu echtem Kontakt zu sein, hat mich schließlich auch lange begleitet. Und auch wenn ich trotz allem nicht mit jedem in "Kontakt" sein muss, ist es erleichternd zu wissen, dass es möglich ist. Zumindest mit einigen wenigen Menschen, mit denen die Herzensebene stimmt, aber nur darauf wartet, entdeckt und gelebt zu werden. Du schreibst auch ganz richtig: Wer spricht da, wenn wir EM praktizieren? Mir kam es zum Teil auch so vor, als würde ein wahrerer, echterer Teil von mir plötzlich kommunizieren.

Shri Mataji Nirmala Devi hat mir bislang nichts gesagt, aber danke! Der Weg des Yoga ist, glaube ich, immer ein guter. Diesbezüglich kann ich dir auch das Buch "Yoga" von Mircea Eliade empfehlen. Er stellt auch sehr existenzielle Fragen, was das menschliche Dasein und Zusammenleben anbelangt.

Herzlich,

Lilly

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Avatar von Jutta

Liebe Lilly,

❤️❤️❤️danke für deine wertvollen Gedanken zu meinem Kommentar 🙏 und den Buchtipp "Yoga" von Mircea Eliade. Endlich habe ich es in Händen. Kurze Nachfrage: Ich hatte dir an deine posteo-Mail eine Nachricht geschickt, ob ich dein neues Buch als signierte Ausgabe direkt bei dir bestellen kann. Wahrscheinlich hattest du sie noch nicht gesehen oder es fehlte die Zeit, um mir zu antworten.... Würde mich sehr freuen, wenn es möglich ist.

Herzlichst Jutta

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