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Avatar von Ingrid

In einem winzigen Dorf praktisch ohne andere Kinder in meinem Alter und als Älteste in meiner Generation in der gesamten Familie aufgewachsen, blieb mir nichts übrig als das Alleinsein zu trainieren. So gerne hätte ich so etwas wie eine beste Freundin gehabt, mit der ich all meine so anderen Wahrnehmungen und den daraus resultierenden Gedanken hätte besprechen können. Da die Erwachsenen meine Wahrnehmungen als Fantasie betitelten, erschien mir mein Alleinsein und meine Ideen als ein fehlerhaftes Dasein...

Es brauchte viele Jahre des Schmerzes, der Frustration und des sich zutiefst einsam und unverstanden Fühlens, um letztlich zu erkenne, dass ich doch richtig bin und dass ich die kleinen und grösseren Bewegungen des Geschehens des Lebens halt einfach viel früher als meine Mitmenschen fühlen kann...

Ich kann total nachempfinden, wie man sich als einsamer Rufer fühlt, wenn man andere auf die (kommenden) Wellen aufmerksam machen möchte und dies nicht gehört werden will. Aber auch diesen Sendungswille und den Wunsch nach Wirksamkeit im Aussen kann man loslassen und sich dem intrinsischem Tun, also dem unabsichtlichen, ziellosen Tun vollends widmen. DANN wird und ist man frei! Man braucht nichts und niemanden mehr.

Das Spannende dabei: wenn man das Allein-Sein lieben kann, ist man es nicht mehr... Begegnungen ergeben sich, die das Eigene vertiefen, ohne es überschreiben zu müssen und ohne dass es zu Abhängigkeiten und Verklebungen mit Menschen kommt. Ein Moment des Sehens, Hörens und Fühlens und des Gesehen-Werdens, des Gehört-Werdens und des Gefühlt-Werdens. Resonanz.

Avatar von Eric Engel

Mich interessiert was du schreibst liebe Lilly. 💫

Und du bist nicht allein. Viele Große Denker und Künstler waren letztlich Grenzgänger und Ausgeschlossene.

"Es brennt ein großes Feuer in meiner Seele, aber niemand kommt, um sich daran zu wärmen, und die Passanten sehen nur einen kleinen Rauchfaden, der aus dem Schornstein steigt."

— Vincent van Gogh

"Mitten im Winter erfuhr ich letztendlich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer liegt."

— Albert Camus

"Ein Außenseiter zu sein, der am Rand steht, ist eine harte Sache. Aber es bringt auch eine unbändige Freiheit mit sich – es schützt die wilde Seele vor der Zähmung."

— Clarissa Pinkola Estés (aus „Die Wolfsfrau“)

"Wir liegen alle in der Gosse, aber einige von uns sehen nach den Sternen."

— Oscar Wilde

"Dein Leben ist dein Leben. Lass es nicht in feuchter Unterwerfung verkommen. Halte Ausschau. Es gibt Auswege. Es gibt ein Licht irgendwo. Es mag nicht viel Licht sein, aber es schlägt die Dunkelheit."

— Charles Bukowski

"Der Außenseiter ist kein Freak; er ist einfach der Einzige, der sieht, dass das Haus brennt, während alle anderen gemütlich im Wohnzimmer sitzen."

— Colin Wilson (aus „The Outsider“)

"Was die Kritiker an dir tadeln, das pflege; denn das bist du selbst. Alles andere ist nur geliehen."

— Jean Cocteau

"Die Einsamkeit ist ein Sturm des Schweigens, der alle unsere toten Äste abreißt; und doch treibt sie unsere lebendigen Wurzeln tiefer in den brennenden Kern der Erde."

— Khalil Gibran

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