6 Kommentare
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Avatar von Andreas Balk

Wir sollten bei solch geballten Aufzählungen aller möglichen negativen Dinge/Auswirkungen/Möglichkeiten etc., hier im Zusammenhang mit der digitalen Welt, immer auch bedenken, wieviel Energie wir den Dingen damit geben. Nicht nur beim Forumulieren und Schreiben, sondern auch beim Lesen und sich-damit-beschäftigen. Auch wenn im zweiten Teil Deines Textes, liebe Lilly, Lösungen aufgezeigt werden: Meiner Meinung nach überwiegt das Negative.

Die meisten Entwicklungen unserer Zeit können wir nicht aufhalten, vielfach haben wir nicht einmal den Hauch einer Chance, nennenswert Einfluß zu nehmen. Einfluß nehmen können wir jedoch jederzeit bei uns selbst, unseren Kindern, Familie, Freunden sowie im näheren Wohnumfeld. Nicht das "Verteufeln" von Unabwendbarem löst das Problem, sondern das Einordnen und Gegensteuern bei uns selbst: Wie gehe ich mit der Entwicklung XY um? Wo erhalte ich mehr Wissen? Welche Möglichkeiten habe ich, negative Beeinträchtigungen abzuschwächen oder evtl. ganz auszuschalten? Verbote sind da wenig hilfreich. Aufklärung ist die Lösung. Jeder entscheidet dann für sich selber, ja, auch für seine Kinder, ob man es laufen läßt oder gegensteuert. Z.B damit:

Das Handy läuft per GrapheneOS auch komplett Google-frei. Das ist an einigen Stellen gewöhnungsbedürftig, doch eine der Möglichkeiten, die Datenkrake Nr.1 einigermaßen außen vor zu lassen. Der PC läuft hervorragend unter Linux, u.a. mit Libreoffice - nach ein paar Wochen Gewöhnung genauso gut wie Windows. Es gibt für alles Mögliche Lösungen - nur nutzen diese leider nur Wenige. Auf unzähligen Seiten werden praktikable Lösungen gezeigt, das Tracking im Internet auf ein Minimum zu reduzieren. Handystrahlung reduziert man per kabelgebundene Kopfhörer oder dem Handy-Lautsprecher, Verbindung im Auto generell über Kabel. Wenn man 5G selbst nicht nutzt (am Handy abschalten), wird die 5G-Belastung erheblich minimiert. Thema WLAN: Jeder Router ermöglicht das Reduzieren der Leistung auf das notwendige Mindestmaß - und zur Schlafenszeit sollte es per Zeitschaltung aus sein.

Klar, moderne Autos bleiben leider eine Datenschleuder, vor allem die E-Autos. Hier kann man auf ein Minimum begrenzen - es hilft nur wenig. Aber auch da: Kann ich es verhindern? Ich glaube nicht - also akzeptiere ich es und arrangiere mich damit. In nicht allzu ferner Zeit gibt es wohl auch keine Radarfallen mehr - es wird permanent gemessen und bestraft werden. Also fahren wir lieber gar nicht? Oder gemäß den Regeln? Oder Fahrrad - aber mit googlefreiem Handy... ;-)

Geben wir unsere Energie doch lieber dem Positiven, also den Lösungen. Das heißt Akzeptieren von unvermeidbaren Entwicklungen, bei gleichzeitigem Aneignen von Wissen, um bei Bedarf individuell gegensteuern zu können. Es wird immer Möglichkeiten geben.

Avatar von Lilly Gebert

Lieber Andreas, danke für die konstruktive Rückmeldung. Den Eindruck des überwiegend Negativen kann ich verstehen. Ein Text mit mehr Lösungen wird Umständen entsprechend jedoch erst ein wenig später folgen. Ich selber benutze seit Jahren Linux, habe ein Handy von dem Schweizer Unternehmen Punkt. Bluetooth existiert für mich quasi nicht mehr, WLAN habe ich zuhause nicht einmal. Der Rest von ihrem Kommentar hat es leider nicht mehr in die Längenbeschreibung geschafft.

Avatar von Andreas Balk

Vielen Dank für Dein Feedback, liebe Lilly. Eben stelle ich fest, dass ich "Punkt." bisher noch gar nicht kannte: Sehr interessant, schaue ich mir näher an.

Wegen dem "...nicht mehr in die Längenbeschreibung geschafft.": Wird mein Kommentar nicht komplett angezeigt? Ich sah diesen gestern nach dem Abschicken im PC-Browser auch nicht vollständig - aber dafür in der Substack-App auf dem Handy.

Avatar von Claudia Radow

Ich finde es interessant, die Kommentare zu lesen. Danke Lilly für all Deine Anregungen.

Totalverbote behagen mir selten, für mich vielfach ein Irrweg. Auf dem Schulhof haben Smartphones für mich nichts zu suchen und im Unterricht nur für den technisch sinnvollen Einsatz. Der richtige Umgang, essentiell. Meine Tochter musste früher oft das Gerät abgeben und erhielt es zum Nachhauseweg zurück. Allerdings sollte die Nutzung auch an anderen Orten, Arbeitsplätzen etc. hinterfragt werden. Ich fände es reizvoll, wenn wir als Gesellschaft mehr und mehr einen sinnvolleren Umgang, umsichtig, doch nicht verteufelnd mit all dieser Technik beispielhaft vorlebten. Wir haben auch nicht mehr die Dampfmaschine, obgleich sie wunderschön ist. Doch auch Generationen, welche so gar nicht mit den neuen Techniken aufgewachsen sind, nutzen diese in gleichem Maße grauenhaft.

Eine Freundin meiner Tochter wird Lehrerin und hat bereits viele praktische Erfahrungen sammeln dürfen. Sie lebt ihren Schüler*innen eine andere Version des Umgangs vor, für Details ist hier kein Platz. Sie versucht dies mit Energie, Phantasie und Disziplin durchzusetzen und auch mit viel Gegenwind. Wie wäre es, wenn das Leben spannender wäre als alles auf der "Mattscheibe", die Problematik fing schon vor vielen Jahren an, als man anfing, stumpf vor Sitcoms zu sitzen und EuroNews in Dauerschleife laufen zu lassen. Für die Masse war das scheinbar und ist es noch immer reizvoll. Wobei es natürlich stets das Maß ist, die Maßlosigkeit, welche alles schlecht macht. Man darf nicht vergessen, schon als es nur 3 Fernsehprogramme gab, lebte ein Großteil der Menschen ganz nach dem Sendeplan und ordnete selbst Familienzusammenkünfte dem unter.

Vielleicht geben wir unseren Kindern gar nicht mehr die Möglichkeit, das Spielen zu lernen, für sich selbst zu entdecken. Wann dürfen Kinder heute noch selbstvergessen spielen? Egal ob im Wald, daheim oder auf dem betonierten Hof.

Lernen, Gerald Hüter hat so viele Ideen dazu, auf die fast jeder kommen könnte, mir scheinen sie selbstverständlich, welche Basis für das Lehramtsstudium sein sollten, für alle Eltern und überhaupt für jeden, Lernen bis zum Lebensende, eigentlich wunderbar. Immer wieder Neues, was könnte ein besserer Jungbrunnen sein?

Warum gehen Menschen mit ihren Babys spazieren und halten die ganze Zeit das Smartphone in der Höhe des Köpfchens beim Tragen? Ich lief mit meiner Tochter Kilometer durch Berlin, das Handy, vor mehr als 20 Jahren noch recht simpel, immer für den Notfall irgendwo in der Tasche. Es war so spannend, aufregend, wunderschön, auch mit Smartphone wäre ich nicht anders verfahren. Es ist die quälende Frage nach dem "Warum"? Lilly warf dies an anderer Stelle auf und ich schließe mich an, immer wieder, warum, sind diese Menschen noch meist ohne die Allgegenwärtigkeit von Social Media etc. aufgewachsen? Warum greift das Sichverlieren in dieser Technik so konsequent durch mehrere Generationen um sich?

Man rennt bei Feuer nicht weg, verkennt die Gefahr, filmt noch gar, es war beklemmend einige Videos von dem Brandunglück in der Bar in Crans- Montana zu sehen, übrigens ereignete sich ähnliches mit noch viel mehr Toten bereits vor ein paar Jahren in den USA.

Die Natur ist so wohltuend und unglaublich spannend, auch im Großstadtmoloch, überall gibt es Zeichen, man muss sie erkennen. Vielleicht müssen wir unseren Kindern auch wieder mehr zutrauen, mal allein dort draußen zu sein, mit anderen. Und dann ihnen vielleicht auch mal doch das Smartphone wegnehmen, es aushalten, sie nicht "tracken" zu können, man muss sein Kind nicht alle zig Minuten erreichen können und umgekehrt. Das Leben lernen, geht auch über das Spielen, allein es braucht Raum und Zeit dazu.

Welche Haltung man auch vertritt, eine weitere Inspiration mag ein schon älterer Film sein, "Her", von 2013, eine Vision, ob dystopisch oder nicht, liegt am Betrachter, über den Umgang mit KI und die Auswirkungen auf das Leben, sogar die Liebe; eine in meinen Augen gelungene Story/Betrachtung.

P.S.: Lilly, ich teilte so gerne Deine Hoffnung, dass es bereits eine signifikante Gegenbewegung gibt, leider sehe ich diese nicht, doch ich werde nun mehr die Augen danach aufhalten, mehr danach suchen, vielleicht aufmerksamer sein.

Avatar von Ingrid
Jan 14Bearbeitet

Das Kopf-Denken, der Verstand ist das System des digitalen Denkens: hier wird Bekanntes mit Neuem abgeglichen, Logik angewendet, hier gibt es nur ja oder nein, 0 oder 1.

Hier ist das Spielfeld der kognitiven Kriegsführung, wie es u.a. Jonas Tögel erklärt, wie ich kürzlich irgendwo gelesen habe, dass diese schon in der Zeit vor dem Alten Testament angefangen habe und wie du es, liebe Lilly hier detailliert beschreibst.

Was viele nicht wissen: es gibt nicht nur die Möglichkeiten der Propaganda und der Programmierung durch Normen, Regeln und Ablenkung, sondern es gibt viele technische Möglichkeiten, das Denken mittels Strahlungswaffen, Funkwellen etc. direkt im Gehirn zu manipulieren, d.h. Ideen, Bilder, Stimmen und direkte Gedanken (die man vermeintlich als eigene deklariert) werden von AUSSEN in den Kopf gesendet (deshalb alle diese technischen Geräte wie Handys, Smartwatch-Uhren usw.).

Das Ziel ist die "Abschaffung" der eigenen Wahrnehmung von dem, was wirklich ist und dies geschieht im Herzen-Denken, also im Fühlen und Spüren im Inneren, dem Ort des analogen Bewusstseins. Und Ziel ist auch die eigene Wirksamkeit der Menschen in der Welt zu unterdrücken. So verlieren Menschen die Menschlichkeit, sie werden zu Cyborgs: manipulierbar, steuerbar, auslöschbar.

Erst wenn wir uns so intensiv in diese innere Wahrnehmung vertiefen, unsere emotionellen Wunden durchfühlen und erlösen, können wir fühlen, was die Wahrheit ist, uns an die echte analoge Wirklichkeit zurückerinnern und diese wieder hervorholen und bekräftigen, so dass die analogen Ideen, Bilder, Gedanken von innen nach oben in den Kopf steigen und das eigene Denken ermöglichen. DANN haben die Angriffe von aussen auf das Kopfhirn keine Chance mehr, denn dann bin ich die Königin meiner Gedanken, die mein Handeln letztlich führen. Und daraus entsteht die Wirksamkeit in der (äusseren) Welt, wirklich Echtes und Neues kann entstehen: von innen nach aussen und nicht mehr umgekehrt.

Avatar von Sebastian Grguric

Moin liebe Lilly.

Wir sehen tatsächlich die totale Vernetzung zur totalen Entartung des Menschen. Zumindest sehen wir den Versuch dazu. Was wichtiger ist und was du selber sehr schön dargelegt hast, ist die Tatsache, dass eine bewusste, gar natürliche Gegenbewegung stattfindet.

Es lässt sich vielleicht sagen, dass der Versuch zur totalen Entartung des Menschen zwar noch läuft, aber bereits gescheitert ist. Jeder weitere Versuch zur Entartung wird nur die natürliche Gegenbewegung (Rückbesinnung) verstärken. Irgendwie spürt man sogar, dass sich die "Welt" bereits aufgespalten hat und somit Parallelwelten zeitgleich bestehen und teilweise lässt es sich sogar schon beobachten.

Es macht mich trotzdem sehr wütend, wenn ich sehe, wie energisch der Krieg gegen Ungeborene, Neugeborene und generell Kinder geführt wird. Umso glücklicher bin ich, wenn ich spielende Kinder sehe, die ohne Schnickschnack einfach und unbeschwert spielen. Ich freue mich, wenn Kinder oder Jugendliche zum Radfahren richtig in die Pedale latschen und nicht diese elektrische Gehhilfe nutzen.

Mir kam vor kurzem sogar zu Ohren, dass immer mehr Kinder und Jugendliche Bücher kaufen und diese tatsächlich lesen.

Es scheint mir, als würde zwischen den besagten Parallelwelten nur ein sehr schmaler Grat bestehen.

Liebe Grüße,

Basti