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Avatar von Claudia Radow

Warum machen wir alle zu oft den Fehler, Stärke nicht zu unterteilen? Ich lasse mir gern ein Einwegglas öffnen oder versuche auch nicht, mir Rückenprobleme zu schaffen, nur weil ich stoisch etwas zu Schweres hebe. Hier könnte mir jeder helfen, der körperlich mehr Kraft besitzt, natürlich auch eine Frau, nicht selten meine Tochter.

Zu kämpfen, zu jagen, für all dies sollte man das körperlich stärkere Wesen wählen oder eben jenes, welches nicht gerade wieder ein Kind austrägt, es war schlicht nicht anders möglich, wie man es hielt, damals.

Könnte man sich darauf einigen, nach pragmatischen Überlegungen, ohne Wertung, Familienleben zu organisieren, ohne gesellschaftlichen Druck, frei, nach gänzlich individuellen Bedürfnissen, dann wäre man weiter, denn wirklich frei sind Männer wie Frauen noch längst nicht.

Schauen wir darauf, wer das Leid dieser Welt am Ende trägt und doch auch immer wieder nicht aufgibt, Nachwuchs auch in den furchtbarsten Zeiten zu gebären, dann stellt sich für mich nicht die Frage, hat sich nie, ob Frauen nicht mindestens ebenbürtig in der "Stärke" sind, nur eben anders.

Lilly, Deinen prägnanten Schlussfragen gibt es nichts hinzuzufügen. Fragen, die man sich selbst immer wieder beantworten darf, allein um die eigenen Entwicklung zu analysieren. Ähnliches hatte ich stets im Kopf, wenn man mich angriff, so viele Jahre, die Art, mein Leben zu gestalten, mit Kind, die Weise, es in die Welt wachsen zu lassen, ich hätte solche Formulierungen gerne manch hasserfüllter Bemerkung entgegengehalten. Nur fehlte mir, ja was eigentlich, der Mut? Das Wissen? Nein, die Stärke, zu mir zu stehen.

"Jede Form von Anpassung abzustreifen und stattdessen Aktivität und Eigenständigkeit zu fördern. An Idealen lässt sich bekanntermaßen schnell ersticken." Lilly, ich hoffe, irgendwann wirst Du Vorträge in Schulen halten, in der Oberstufe. Ich denke, die jungen Leute wären aufmerksam. Wie soll sich etwas ändern, wenn wir es nicht schaffen, den ewigen Kreislauf zu durchbrechen, in und bei allem. Schon jetzt ist nicht zu übersehen, wie wir erneut versagen.

Avatar von Sebastian Grguric

Moin liebe Lilly,

wird es jemals den Tag geben, nach dem es Begrifflichkeiten wie Weiblichkeit, Männlichkeit, Emanzipation und der gleichen nicht mehr braucht? Ich wäre schon zufrieden, wenn diese Begrifflichkeiten nicht mehr definiert werden müssten. Ich weiß, dass es dieser Tage noch notwendig ist die Wahrnehmung zu den besagten Begriffen oftmals neu auszurichten, womit natürlich auch ein ureigener Prozess im Innern eines Einzelnen verbunden ist. Ich muss gestehen, dass mir dies an die Substanz geht.

Liebe Grüße,

Basti

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